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Joseph von Eichendorff war einer der bedeutendsten Dichter der Romantik. In diesem Beitrag und in unserem Video erfährst du alles Wissenswerte rund um sein Leben und seine Werke!

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Inhaltsübersicht

Wer war Joseph von Eichendorff?

Joseph von Eichendorff (1788-1857) gehört zu den berühmtesten Dichtern und Schriftstellern Deutschlands und gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Spätromantik. Er stammte aus einer adligen, katholischen Familie in Schlesien, studierte Jura und arbeitete später im preußischen Staatsdienst. Sein Leben war geprägt von den politischen Umbrüchen seiner Zeit und seiner Tätigkeit als Beamter

Das Bild zeigt einen Steckbrief von Joseph von Eichendorff mit den wichtigsten Informationen. Vollständiger Name: Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff / Geboren: 10. März 1788 im Schloss Lubowitz bei Rabitor / Gestorben: 26. November 1857 in Neiße / Eltern: Adolf Freiherr von Eichendorff, Karoline Freiin von Kloch / Geschwister: Wilhelm, Luise , Gustav / Ehefrau: Aloysia „Luise" von Larisch (1792–1855) / Kinder: Hermann, Therese, Rudolf, Agnes, Anna / Ausbildung: Jurastudium in Halle (Saale) und Heidelberg / Berufe: Lyriker, Schriftsteller, Soldat (Freiwilliger), preußischer Beamter / Epoche: Romantik / Berühmte Werke: Abschied (Gedicht, 1810), Das Marmorbild (Novelle, 1819), Mondnacht (Gedicht, 1837)
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Steckbrief Joseph von Eichendorff

Typisch für ihn sind Themen wie Natur, Sehnsucht, Freiheit, religiöser Glaube und Wandern. Besonders häufig geht es um den Wunsch, dem geregelten Alltag zu entkommen und Erfüllung zu finden. Er schrieb zahlreiche Werke — darunter etwa 400 Gedichte — und gehört damit zu den bedeutendsten Lyrikern der Epoche der Romantik.

Biografie & Lebenslauf von Joseph von Eichendorff

Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff wurde am 10. März 1788 auf Schloss Lubowitz in Ratibor im heutigen Polen geboren. Sein Vater war ein adliger, preußischer Offizier und seine Mutter stammte aus einer schlesischen Adelsfamilie, der das Schloss Lubowitz gehörte. Er hatte eine sehr enge Verbindung zu seinem Bruder Wilhelm von Eichendorff.

Das Bild zeigt eine Zeitleiste zum Leben des Schriftstellers Joseph von Eichendorff.
10. März 1788 / Geburt auf Schloss Lubowitz (Rabitor) // 1793 - 1804 / Schulzeit // 1805 - 1812 /Jura-Studium in Halle, Heidelberg, Berlin und Wien // 1808 / Bildungsreise nach Paris, Regensburg und Wien, erste Veröffentlichung unter dem Pseudonym "Florens" // 1809 /Verlobung mit Luise von Larisch // 1810 / Veröffentlichung des Gedichts „Abschied" // 1813 - 1815 / Soldat in den Befreiungskriegen gegen Napoleon // 1815 / Heirat mit Aloysia von Larisch // ab 1816 Arbeit als Schulrat // 1819 / Veröffentlichung der Novelle „Das Marmorbild" // 1824 / Ernennung zum Oberpräsidialrat // 1831 / Umzug nach Berlin // 1837 / Veröffentlichung des Gedichts „Mondnacht" // 1841 / Ernennung zum Geheimen Regierungsrat // 1843 /  Lungenentzündung // 1844 / Ruhestand // 1844 - 1857 Schreiben vieler Gedichte, Übersetzungen und journalistischer Texte // 1857 / Tod infolge der Lungenentzündung
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Lebenslauf Joseph von Eichendorff

Du kannst dir den Lebenslauf auch hier als PDF herunterladen: Joseph von Eichendorff Lebenslauf

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Kindheit und Jugend

Von klein auf interessierten sich Joseph und sein geliebter Bruder Wilhelm für Rittergeschichten, Sagen und Abenteuerromane. Als Kinder einer Adelsfamilie genossen die beiden eine gute Schulbildung. Die ersten acht Jahre wurden sie zu Hause von einem Pfarrer unterrichtet. So hielt Eichendorff schon früh die ersten Bücher in der Hand. Ab 1801 besuchten Joseph und Wilhelm das katholische Gymnasium St. Matthias in Breslau und wohnten währenddessen in einem Internat.

Zu dieser Zeit entdeckte Eichendorff seine Liebe fürs Schreiben. Im Jahr 1803 erschien sein erstes Werk, die Totenklage „Am frühen Grabe unseres Bruders Gustav“. Darin klagten Joseph und Wilhelm über den Tod ihres kleinen Bruders Gustav, der im Alter von sechs Jahren verstorben war. 

Studium und Gedichte

Im Jahr 1805 entschieden sich die Brüder Eichendorff für ein Jura-Studium in Halle. Dort besuchten sie Aufführungen von Goethe und Schiller im Weimarer Theater, die sie begeisterten. Später setzten sie ihr Studium in Heidelberg fort und schlossen es 1812 in Wien ab. Zusätzlich nahmen sie Privatvorlesungen in Berlin, wo sie auf die romantischen Dichter Arnim, Brentano und Kleist trafen. In Wien schloss Eichendorff zudem prägende Freundschaften mit Friedrich und Dorothea Schlegel, die seinen katholischen Glauben bestärkten und seine literarische Entwicklung förderten.

Im Verlauf seiner Studienzeit schrieb Joseph von Eichendorff einige Gedichte. Darin verarbeitete er seine Gefühle und Erlebnisse. Mit seinen Freunden Friedrich Strauß und Wilhelm Budde, die wie er Gedichte schrieben, verbrachte er viele gesellige Abende zusammen und tauschte sich mit ihnen über ihre Werke aus. 

Während der Zeit in Heidelberg verliebte sich Joseph von Eichendorff in ein Mädchen, das seine Liebe jedoch nicht erwiderte. So entstand das Gedicht „In einem kühlen Grunde“  (1807/08), in dem er seine Gefühle verarbeitete.

Für gemeinsame Reisen unterbrachen Joseph und Wilhelm mehrmals ihr Studium. Sie besuchten den Harz, Hamburg, Paris und Wien. Die Eindrücke, die Joseph von Eichendorff dabei sammelte, inspirierten ihn zum Schreiben des Gedichts „Der wandernde Student“ (1807). 

Rückkehr auf Schloss Lubowitz und Krieg gegen Napoleon 

Im Sommer 1808 kamen die Brüder Eichendorff zurück auf das Schloss Lubowitz. Sie halfen ihrem Vater beim Bewirtschaften des Landguts, um sich darauf vorzubereiten, später einmal das Landgut zu übernehmen. Ein Jahr danach verlobte sich Joseph von Eichendorff mit der 17-jährigen Aloysia von Larisch, genannt Luise. 

In seiner Zeit auf Schloss Lubowitz veröffentlichte Eichendorff unter dem Namen „Florens“ seine ersten Gedichte, darunter die Gedichte „Abend“ (1810) und „Lied“ (1810). 

Währenddessen machte Eichendorffs Vater hohe Schulden und musste letztendlich das Landgut verkaufen. Joseph und Wilhelm mussten sich also nach einer anderen Arbeit umsehen. Genau zu dieser Zeit kam es zu den Befreiungskriegen, die die Vorherrschaft Napoleons über viele Teile Europas beendeten. Also schloss sich Eichendorff 1913 unter anderem dem berühmten Lützowschen Freikorps an und kämpfte zwei Jahre lang im Krieg

Familienleben und preußischer Staatsdienst

Als Eichendorff 1815 zurückkehrte, heiratete er seine Verlobte Luise von Larisch und veröffentlichte im selben Jahr seinen ersten großen Roman „Ahnung und Gegenwart“ (1815). Kurz danach wurde ihr erstes Kind, ein Junge namens Hermann, geboren. In den folgenden Jahren brachte seine Frau Luise noch vier weitere Kinder auf die Welt, von denen jedoch nur zwei überlebten. 

Nach ersten beruflichen Schritten als Regierungsreferendar in Breslau und Hilfsarbeiter im Kultusministerium in Berlin fand Eichendorff 1821 eine Anstellung als Konsistorial- und Schulrat in Danzig. 1824 wechselte er nach Königsberg. Das war damals die königliche Haupt- und Residenzstadt in Preußen. Dort wurde er später sogar zum Oberpräsidialrat ernannt.

💡Der Oberpräsidialrat war in Preußen die Bezeichnung für den obersten Verwaltungsbeamten einer Provinz. 

Durch seine Tätigkeit im preußischen Staatsdienst hatte Eichendorff viel mit Politik zu tun. Deshalb zog er im Jahr 1831 mit seiner Familie nach Berlin. Dort wurde er sogar zum Geheimen Regierungsrat ernannt.

💡 Als Geheimer Regierungsrat war er nicht im Geheimdienst tätig, sondern er beschloss mit den Fürsten Gesetze und Verordnungen für das Land.

Während seiner Zeit im preußischen Staatsdienst schrieb Eichendorff viele Texte. Dazu gehören zum Beispiel die Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts” (1826), sowie die beiden Gedichte „Sehnsucht“ (1834) und „Mondnacht“ (1837). In den Werken stellte er seinen geordneten Berufsalltag vor allem der Freiheit, dem Wandern und der Sehnsucht nach der Ferne gegenüber. Darin spiegelt sich seine Suche nach einem erfüllteren Leben wider.

Erkrankung und Tod

Im Jahr 1843 erkrankte Joseph von Eichendorff an einer Lungenentzündung. Ein Jahr später ging er im Alter von 56 Jahren in den Ruhestand. Gemeinsam mit seiner Frau zog er zu seiner Tochter Therese und ihrem Mann nach Neiße (Oberschlesien). Zu dieser Zeit widmete er sich intensiv dem Schreiben. Er dichtete eigene Werke, übersetzte einige spanische Dramen und veröffentlichte Texte als Journalist sowie bedeutende literaturhistorische Schriften.

Am 26. November 1857 starb Joseph von Eichendorff im Alter von 69 Jahren an den Folgen seiner Lungenentzündung. 

Zu welcher Epoche gehört Joseph von Eichendorff?

Die Zeit, in der Eichendorff lebte, wird in der Literatur Romantik genannt. Diese Epoche ging etwa von 1795 bis 1840. Den Stil der Romantik findest du in fast allen Werken von Joseph von Eichendorff wieder. Deshalb gilt Eichendorff auch als einer der wichtigsten Dichter der Spätromantik. 

Bei den Romantikern geht es um Gefühle, Leidenschaft, Sehnsucht und das Seelenleben. Eine prägende Rolle spielt bei Eichendorff zudem seine katholisch-religiöse Weltanschauung: Die Natur beschreibt er häufig als von Gott durchdrungen, und das Wandern wird bei ihm zur Metapher für die Sehnsucht nach der göttlichen Heimat.

Besonders gut eigneten sich Gedichte, um in Gefühlswelten einzutauchen. Darin beschreibt das lyrische Ich, also die Person, die im Gedicht spricht, wie es die Natur und seine Umgebung wahrnimmt. Oft geht es auch um MagieÜbernatürliches und Religion.

Die Motive der Romantik findest du in vielen Werken Eichendorffs wieder, wie z. B. in einem seiner bekanntesten Gedichte „Mondnacht“ (1837). Eichendorff hat aber noch viele weitere Gedichte geschrieben. Und nicht nur das — zu seinen Werken zählen auch Novellen,  Erzählungen, Theaterstücke und Romane. Eichendorff hat also Texte verschiedener literarischer Gattungen verfasst.

Joseph von Eichendorff – Werke 

Joseph von Eichendorff hat schon zu Schulzeiten seinen ersten Text geschrieben. Deswegen ist im Laufe seines Lebens eine Vielzahl an literarischen Werken entstanden. Hier findest du eine Übersicht von den wichtigsten Werken von Joseph von Eichendorff: 

Joseph von Eichendorff – Gedichte

Joseph von Eichendorff – Novellen und Erzählungen

  • Die Zauberei im Herbste (1808)
  • Das Marmorbild (1819)
  • Aus dem Leben eines Taugenichts (1826)
  • Das Schloß Dürande (1837)
  • Die Entführung (1839)
  • Die Glücksritter (1840) 
  • Eine Meerfahrt (1841) 

Joseph von Eichendorff – Epen

  • Julian (1853) 
  • Robert und Guiscard (1855)
  • Lucius (1857) 

Joseph von Eichendorff – Theaterstücke

  • Krieg den Philistern (1824) 
  • Ezzelin von Romano (1828)
  • Meierbeths Glück und Ende (1828) 
  • Der letzte Held von Marienburg (1830)
  • Die Freier (1833) 

Joseph von Eichendorff – Romane

  • Ahnung und Gegenwart (1815)
  • Dichter und ihre Gesellen (1834) 

Wer war Friedrich Schiller?

Der Schriftsteller Friedrich Schiller lebte einige Jahre vor Joseph von Eichendorff. Deshalb sind seine Werke in einer anderen Epoche, der Weimarer Klassik,  entstanden und davon geprägt. 

Wenn du mehr über Friedrich Schillers Leben und Werke erfahren möchtest, dann schau dir unseren Beitrag dazu an! 

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