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Franz Kafka ist bekannt für seine wirren und grotesken Erzählungen. Woraus diese entstanden und wie sein Leben aussah, erfährst du in diesem Beitrag und in unserem Video!

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Inhaltsübersicht

Wer war Franz Kafka?

Franz Kafka (1883-1924) ist einer der wichtigsten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und ein zentraler Autor der Weltliteratur. Sein Leben war von tiefen Selbstzweifeln und einem extrem schwierigen Verhältnis zu seinem dominanten Vater geprägt.  

Das Bild zeigt einen Steckbrief von Franz Kafka mit wichtigen Information und einem Bild.
Geboren: 3. Juli 1883 in Prag / Gestorben: 3. Juni 1924 in Kierling bei Wien / Konfession: jüdisch / Nationalität: österreichisch, ab 1918 tschechoslowakisch / Eltern: Vater Hermann, Mutter Julie / Schwestern: Elli, Valli, Ottla / Beruf: Beamter, Schriftsteller / Epoche: Moderne, Expressionismus / Berühmte Werke: Das Urteil (1913), Die Verwandlung (1915), der Prozess (1925)
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Steckbrief Franz Kafka

In seinen Werken verbindet Kafka meist absurde, groteske, alptraumhafte Situationen mit einer ganz alltäglichen Realität. Das alles beschreibt er in einer klaren und sachlichen Sprache, wie er es durch seine Beamtentätigkeit gewohnt war. Seine Figuren sind geheimen Mächten oder Behörden hilflos ausgeliefert und scheitern ohne je eine Chance gehabt zu haben. Kafkas Texte spiegeln dadurch die existenziellen Ängste von Menschen und die Überforderung durch Bürokratie wider.

Was bedeutet kafkaesk?

Die Situationen in Kafkas Werken waren so einzigartig, dass daraus ein eigenes Eigenschaftswort wurde. Das Adjektiv „kafkaesk“ beschreibt das beklemmende Gefühl, einer absurden bürokratischen oder gesellschaftlichen Logik hilflos gegenüberzustehen, die von der Außenwelt nicht einmal als ungewöhnlich hinterfragt wird.

Das Leben von Franz Kafka

Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 in Prag geboren. Er wuchs in einer jüdischen Familie mit drei jüngeren Schwestern — Elli, Valli und Ottla auf, die später alle während der Zeit des Nationalsozialismus im Holocaust ermordet wurden. Sein Vater war ein erfolgreicher Kaufmann und seine Mutter unterstützte ihn dabei.

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Kindheit und Jugend in Prag

Das Verhältnis zwischen Kafka und seinem Vater war schon in der Kindheit schwierig. Kafkas Vater galt als selbstbewusst und durchsetzungsstark, während Franz sich häufig unsicher und von seinem Vater nicht verstanden fühlte. Besonders Kafkas Interesse an Literatur stieß bei seinem Vater nicht auf große Anerkennung. 

Kafka besuchte eine deutschsprachige Schule. Nach seinem Abitur im Jahr 1901 begann Kafka an der Deutschen Universität in Prag zu studieren. Zunächst probierte er verschiedene Studienrichtungen aus, entschied sich schließlich aber für Jura.

Während seines Studiums schrieb er 1904 bereits erste literarische Texte, darunter die „Beschreibung eines Kampfes“ (1904). Außerdem lernte er Max Brod kennen. Die beiden wurden enge Freunde und tauschten sich regelmäßig über Literatur aus.

Prager Kreis

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war in Prag die Blütezeit der deutschen Literatur. Zusammen mit den Schriftstellern Rainer Maria Rilke, Franz Werfel und Max Brod prägte Franz Kafka den „Prager Kreis“. Die kleine Gruppe an Schriftstellern stellte zwar noch keine literarische Strömung dar, dennoch lassen sich Gemeinsamkeiten bei den Autoren feststellen. Ein wichtiges Merkmal der Mitglieder des Prager Kreises war, dass ihnen der deutschnationale Hochmut nicht gefiel.

Arbeitsleben und erste Texte

Nach einer kurzen Tätigkeit bei der privaten Versicherung Assicurazioni Generali (1907–1908), wechselte Kafka 1908 zur Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt für das Königreich Böhmen. Dort beschäftigte er sich unter anderem mit Arbeitsunfällen und Sicherheitsvorschriften. Seine Arbeit war erfolgreich, aber Kafka sah sie vor allem als Möglichkeit, Geld zu verdienen.

Selbst bezeichnetet Kafka seine Tätigkeit als „Brotberuf“ und sagte die Arbeit sei lächerlich und leicht. Er war der Meinung, sie hielte ihn vom Schreiben ab. Deshalb schrieb er oft in der Nacht. Trotz der wenigen Zeit entstanden in diesen Jahren aber zahlreiche Texte. Unter anderem arbeitete er an „Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande“ (1907), in der er seine unglückliche Situation — auch in der Liebe — thematisiert. 

Durchbruch als Schriftsteller

Das Jahr 1912 wurde zu einem Wendepunkt in Kafkas Leben. Er lernte Felice Bauer kennen und schrieb ihr über viele Jahre hinweg zahlreiche Briefe. 

In derselben Zeit entstand eines seiner wichtigsten Werke. Kafka schrieb die Erzählung „Das Urteil“ (1912) komplett in der Nacht vom 22. auf den 23. September 1912. Darin verarbeitete er den Konflikt mit seinem Vater, was noch in vielen Werken eine große Rolle spielen sollte. Ein Jahr später veröffentlichte er das Werk.

Auch an seinem Roman „Der Verschollene“ (1927) — später auch unter dem Titel „Amerika“ bekannt — arbeitete Kafka in dieser Zeit. Das Kapitel „Der Heizer“ (1913) wurde bereits 1913 veröffentlicht. Der Roman selbst blieb jedoch unvollendet.

Der Kampf mit sich selbst

In den folgenden Jahren schrieb Kafka immer mehr. 1914 begann er mit der Arbeit an seinem Roman „Der Prozess“ (1927). Der Roman blieb unvollendet und wurde erst nach Kafkas Tod veröffentlicht

Gleichzeitig befand er sich privat aber in einer schwierigen Phase. Er verlobte sich mit Felice Bauer, aber sie lösten die Verlobung wegen Unsicherheiten noch im selben Jahr wieder auf. Kafka hatte nämlich meist mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Er fühlte sich oft minderwertig, war unruhig und konnte nicht schlafen. Die Folgen seiner Belastungen waren nicht nur Depressionen und Angstzustände, sondern auch einige Nervenzusammenbrüche bis hin zu Selbstmordgedanken.

Vom Schreiben ließ er sich aber trotzdem nicht abhalten und veröffentlichte schließlich „Die Verwandlung“ (1915). Mit der Geschichte verarbeitete Kafka das Gefühl, den Erwartungen anderer nicht zu entsprechen und die Angst, seine Stellung innerhalb der Familie zu verlieren.

Kafkas Gesundheit

Im Jahr 1917 verlobte Kafka sich erneut mit Felice Bauer, löste die Verlobung aber auch wieder auf und trennte sich diesmal endgültig von ihr. Im Laufe des Jahres erkrankte Kafka an Kehlkopftuberkulose und ein Jahr später an der spanischen Grippe.

Die Krankheiten veränderten seinen Alltag und zwang ihn dazu, längere Zeit nicht zu arbeiten. Er verbrachte immer wieder Zeit außerhalb Prags und musste sich stärker mit seiner eigenen Gesundheit auseinandersetzen.

In dieser Phase entstanden weitere Erzählungen, unter anderem „Ein Landarzt“ (1918). Die Geschichten aus dieser Zeit wirken häufig rätselhaft und beschäftigen sich mit Unsicherheit, Isolation und Situationen, die für die Figuren kaum zu kontrollieren sind — wie die Krankheiten von Kafka.

Kafkas Beziehung zu seinem Vater

Im Jahr 1919 setzte Kafka sich ausführlich mit seiner Beziehung zu seinem Vater auseinander. Der besonders persönliche Text „Brief an den Vater“ (1919) war eigentlich nicht für eine Veröffentlichung bestimmt und wurde zu Kafkas Lebzeiten auch nicht veröffentlicht.

Viele der Gedanken aus dem Brief helfen dabei, Kafkas andere Texte besser zu verstehen. Themen wie Schuld, Angst, Autorität und das Gefühl, den Erwartungen eines anderen Menschen nicht gerecht zu werden, tauchen deshalb in seinen literarischen Werken immer wieder auf.

Die letzten Jahre von Kafka

Im Jahr 1920 lernte er die tschechische Journalistin Milena Jesenská kennen, die seine Texte erstmals ins Tschechische übersetzte. Mit ihr führte er eine leidenschaftliche Liebesbeziehung, die vor allem von einem intensiven Briefwechsel geprägt war.

Obwohl Kafka weiterhin gesundheitliche Probleme hatte, schrieb er auch in seinen letzten Lebensjahren weiter und begann er seinen letzten großen Roman „Das Schloss“ (1926). Doch auch der Roman blieb unvollendet, wie es für Kafka typisch war.  In seinen letzten Jahren entstanden außerdem Erzählungen wie „Ein Hungerkünstler“ (1924). Darin geht es vor allem um die Frage, wie sehr ein Mensch von der Aufmerksamkeit anderer abhängig ist.

1923 zog Kafka nach Berlin und lebte dort mit Dora Diamant zusammen. Er wollte damit Abstand zur eigenen Familie sowie zum gewohnten Alltag gewinnen und den Fokus ganz auf die Literatur legen. Hier beschäftigte er sich außerdem viel mit dem Judentum und der hebräischen Sprache. Gleichzeitig litt seine Gesundheit jedoch immer stärker.

Deshalb kehrte Kafka 1924 nach Prag zurück und kam anschließend in ein Sanatorium in Kierling bei Wien. Seine Kehlkopftuberkulose war inzwischen so weit fortgeschritten, dass er kaum noch Nahrung aufnehmen konnte. Am 3. Juni 1924 verstarb Franz Kafka im Alter von nur 40 Jahren.

Franz Kafkas Nachlass

Bei Kafkas Tod waren viele seiner wichtigsten Werke noch gar nicht veröffentlicht. Kafka hatte seinen Freund Max Brod sogar gebeten, seine unveröffentlichten Schriften nach seinem Tod zu vernichten. Doch Brod entschied sich gegen Kafkas Wunsch und veröffentlichte Kafkas Texte.

Damit begann eigentlich erst nach seinem Tod Kafkas großer Erfolg als Schriftsteller. Heute gehören seine Werke zu den wichtigsten Texten der deutschsprachigen und weltweiten Literatur.

Franz Kafka Werke

Kafkas Werke lassen sich aufteilen in Arbeiten, die er zu Lebzeiten selbst veröffentlichte und Arbeiten, die gegen seinen Willen erst nach seinem Tod veröffentlicht wurden. 

Zu Lebzeiten veröffentlicht:

  • Das Urteil (1912)
  • Der Heizer (1913)
  • Die Verwandlung (1915)
  • Der Kübelreiter (1917)
  • Ein Landarzt (1918)
  • In der Strafkolonie (1919)
  • Ein Hungerkünstler (1924)

Nach dem Tod veröffentlicht:

  • Beschreibung eines Kampfes (1904)
  • Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande (1907)
  • Der Verschollene  (1912)
  • Der Prozess  (1914)
  • Brief an den Vater (1919)
  • Das Schloss (1922)

Franz Kafka — häufigste Fragen

(ausklappen)
  • Welches Werk von Kafka ist besonders bekannt?
    Besonders bekannt ist Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“. Darin wacht Gregor Samsa eines Morgens als Käfer auf und wird von seiner Familie zunehmend ausgegrenzt und weggesperrt. Das Werk gilt als typisches Beispiel für Kafkas groteske und zugleich verstörende Situationen.
  • Welche Werke von Kafka werden empfohlen?
    Empfohlen werden oft „Die Verwandlung“, „Der Prozess“ und „Das Urteil“, weil diese Texte Kafkas typische Themen und seinen Stil besonders gut zeigen. „Die Verwandlung“ eignet sich als kurzer Einstieg, „Der Prozess“ zeigt das undurchschaubare, bedrückende System, und „Das Urteil“ ist zentral für Vater-Sohn-Konflikte.
  • Wer war Kafkas große Liebe?
    Als Kafkas wichtigste Beziehung wird häufig Felice Bauer genannt. Franz Kafka war mit ihr zweimal verlobt und löste die Verlobung jeweils wieder, was gut zu seiner beschriebenen Bindungsangst passt. Im Beitrag wird außerdem betont, dass Felice Bauer sein Leben und Schreiben stark beeinflusste.
  • Hatte Kafka eine psychische Störung?
    Eine gesicherte Diagnose einer psychischen Störung lässt sich bei Franz Kafka nicht eindeutig festmachen. Beschrieben werden bei ihm aber starke Selbstzweifel, Minderwertigkeitskomplexe und Schuldgefühle sowie ein Nervenzusammenbruch. Außerdem deutete Kafka körperliche Beschwerden wie Schlaflosigkeit oder Herzbeschwerden oft psychosomatisch.

Die Verwandlung — Zusammenfassung

Kafkas Leben verarbeitete sein Leben in seinen Werken. Besonders deutlich wird das in seiner berühmten Erzählung „Die Verwandlung“. Worum es darin geht und was hinter Gregor Samsas rätselhafter Verwandlung steckt, erfährst du hier!

Zum Video: Die Verwandlung -- Zusammenfassung
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