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Prächtige Kleider, große Liebe und ein Leben wie im Märchen — dieses Bild von Sisi vermitteln die berühmten Sissi-Filme. Doch wie das wahre Leben der Kaiserin Elisabeth aussah, erfährst du hier und im Video!

Inhaltsübersicht

Wer war Kaiserin Sisi?

Sisi, eigentlich Elisabeth von Österreich, wurde 1837 in München geboren und stammte aus der herzoglichen Linie „in Bayern“ der Wittelsbacher. Ihre Kindheit verbrachte sie frei und unbeschwert in Bayern — doch mit nur 16 Jahren änderte sich ihr Leben schlagartig. Sisi heiratete Kaiser Franz Joseph I. und wurde Kaiserin von Österreich.

Gemälde einer gut gekleideten Kaiserin
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Gemälde von Sisi oder Elisabeth von Österreich

Statt Freiheit erwarteten sie am Wiener Hof strenge Regeln, Pflichten und wenig Privatsphäre. Sisi fühlte sich zunehmend eingeengt, reiste durch Europa und versuchte, ihr Leben selbst zu bestimmen. Nach schweren Schicksalsschlägen wurde sie immer rastloser. 1898 endete ihr Leben tragisch: Ein Anarchist ermordete sie in Genf.

💡Die berühmten „Sissi“-Filme — mit Doppel-s — machten ihr Leben später zum romantischen Märchen. Die echte Kaiserin schrieb ihren Spitznamen jedoch „Sisi“. Auch ihr Leben war viel dramatischer, als es die Filme zeigen.

Wie verlief die Kindheit von Sisi?

Bevor Sisi zur Kaiserin wurde und ihr Leben eine dramatische Wendung nahm, begann ihre Geschichte fernab des strengen Wiener Hofes — mit einer unbeschwerten Kindheit in Bayern. 

Sisi wurde am 24. Dezember 1837 in München geboren und stammte aus dem bayerischen Hochadel. Ihr Vater war Herzog Max in Bayern, ihre Mutter Ludovika, eine Tochter des bayerischen Königs.

Trotzdem wuchs sie für eine Adelige ungewöhnlich frei auf. Statt ständig höfische Regeln und Umgangsformen zu lernen, verbrachte sie viel Zeit auf Schloss Possenhofen am Starnberger See und in der Natur. Ihre größte Leidenschaft waren schon damals Pferde: Sisi lernte früh reiten, verbrachte viel Zeit im Sattel und entwickelte sich später zu einer hervorragenden Reiterin.

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Die junge Prinzessin Elisabeth von Bayern

Auch ihr Vater Herzog Max in Bayern liebte die Freiheit und galt als unkonventionell und politisch vergleichsweise liberal. Diese Haltung prägte Sisi: Sie entwickelte früh einen starken Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung — Eigenschaften, die später am strengen Wiener Hof für Konflikte sorgen.

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Sisi und Kasier Franz Joseph

Doch ihre Freiheit und Selbstbestimmung sollten schon bald auf die Probe gestellt werden. Im Sommer 1853 reiste die erst 15-jährige Sisi mit ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester Helene nach Bad Ischl — eine Reise, die ihr Leben für immer verändern sollte.

Dort traf sie ihren Cousin, den 23-jährigen Kaiser Franz Joseph I. Seine Mutter Erzherzogin Sophie, gleichzeitig auch Sisis Tante, war auf der Suche nach einer passenden Braut für ihren Sohn. Sie sollte aus dem deutschen Hochadel und möglichst aus der weitverzweigten Familie stammen. Franz Joseph war sofort von der jungen, wunderschönen und intelligenten Sisi fasziniert — für ihn soll es regelrecht Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. Schon nach wenigen Begegnungen stand für ihn fest: Er wollte Sisi heiraten.

Schwarz/Weiß- Bild von Franz Joseph.
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Kaiser Franz Joseph I.

Für die erst 15-Jährige Sisi war das überwältigend. Sie war hin- und hergerissen und wollte ihre Freiheit noch nicht aufgeben. Gleichzeitig war Franz Joseph als Kaiser von Österreich eine außergewöhnlich gute Partie — und sein Wunsch ließ sich kaum ausschlagen.

💡 Oft wird erzählt, dass eigentlich Sisi’s ältere Schwester Helene Franz Joseph heiraten sollte und der Kaiser sich dann überraschend in Sisi verliebte. Helene war tatsächlich als mögliche Braut im Gespräch, eine fest vereinbarte Hochzeit oder Verlobung gab es aber nicht.

Die Hochzeit 

Nur wenige Monate später wurde aus der 15-jährigen Sisi tatsächlich die zukünftige Kaiserin. Am 24. April 1854 heiratete sie Franz Joseph in der Augustinerkirche in Wien. Sisi war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 16 Jahre alt.

Die Hochzeit war ein riesiges gesellschaftliches Ereignis: Wien wurde festlich geschmückt, es gab Empfänge, Feierlichkeiten und zahlreiche Zuschauer wollten einen Blick auf die junge Braut werfen. Doch während die Öffentlichkeit die neue Kaiserin feierte, fühlte sich Sisi von dem ganzen Trubel überfordert und unwohl. Ausgerechnet die freiheitsliebende Sisi musste sich nun in die Rolle einer Kaiserin von Österreich einfinden.

Sisi als Kaiserin von Österreich

Das Leben als Kaiserin war für Sisi eine gewaltige Umstellung. Am Wiener Hof herrschte ein strenges, vom spanischen Hofzeremoniell geprägtes Regelwerk: Empfänge, Audienzen und andere Verpflichtungen bestimmten ihren Alltag. Wie sehr sie sich dadurch eingeengt fühlte, brachte sie später auch in ihren Gedichten zum Ausdruck:

„Oh, wär ich nie vom Pfad geschritten,

der mich zur Freiheit hätt’ geführt!“

Sisi sehnte sich nach Freiheit und Selbstbestimmung und schuf sich mit der Zeit ihren eigenen Alltag. Stundenlange Schönheitspflege, viel Sport und ausgedehnte Spaziergänge gehörten fest dazu. 

Sisi’s Schönheitskult

Besonders extrem war Sisi’s Schönheits- und Körperkult. Um ihre schmale Taille von etwa 50 Zentimetern zu bewahren,  probierte Sisi ungewöhnliche Diäten und Kuren aus. Zeitweise trank sie sogar ausgepressten Fleischsaft.

Außerdem trainierte sie täglich und ließ sich eigene Turngeräte in der Hofburg installieren. Enorm aufwendig war auch die Pflege ihrer fast bodenlangen Haare: Die Haarwäsche mit Eigelb und Cognac dauerte fast einen ganzen Tag.

Sisi’s Kinder und ihre Flucht vom Hof

Sisi und Franz Joseph bekamen vier Kinder: Sophie, Gisela, Rudolf und später Marie Valerie. Gerade bei der Erziehung ihrer Kinder kam es jedoch immer wieder zu Konflikten zwischen Sisi und ihrer Schwiegermutter Sophie. Diese hielt die junge Sisi für noch unerfahren und nahm deshalb großen Einfluss darauf, wie ihre ersten Kinder erzogen wurden. Sisi fühlte sich dadurch bevormundet, doch das später verbreitete Bild der „bösen Schwiegermutter“ gilt als stark überzeichnet.

Ein erster schwerer Schicksalsschlag traf Sisi schon 1857, als ihre zweijährige Tochter Sophie starb. Sisi litt danach zunehmend unter seelischen Krisen und zu ihren anderen Kindern hielt sie in dieser Zeit immer mehr Abstand.

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Kaiserin Elisabeth mit Kaiser Franz Joseph I. und den Kindern Gisela, Rudolf und Marie Valerie

Auch körperlich ging es Sisi immer schlechter. 1860 erkrankte sie schwer und litt unter starkem Husten, Fieber und körperlicher Schwäche. Die Ärzte befürchteten eine Lungenerkrankung und empfahlen ihr ein wärmeres Klima. Sisi verließ Wien und verbrachte mehrere Monate auf Madeira und Korfu. Die Reisen wurden für sie zunehmend zu einer Möglichkeit, dem Hof und ihren Verpflichtungen zu entkommen. Auf Korfu ließ sie sich später sogar ihre eigene Prachtvilla bauen: das Schloss Achilleion, benannt nach ihrem antiken Lieblingshelden Achilles.

Mit der Zeit wurden daraus immer längere und kostspieligere Reisen. Sisi zog durch Europa und lebte ihre große Leidenschaft für Pferde bei aufwendigen Reit- und Jagdreisen in England und Irland aus. Währendessen bleiben Franz und ihre Kinder auf dem Wiener Hof zurück. Dieser nahm seine Rolle als Kaiser sehr ernst und verbrachte einen Großteil seiner Zeit mit der Arbeit. Er liebte Sisi zwar, konnte ihren Freiheitsdrang aber nur schwer nachvollziehen.

Sisi’s Liebe zu Ungarn

Während Sisi immer häufiger vor dem Wiener Hof floh, wurde Ungarn zu einem Ort, an dem sie sich besonders wohlfühlte. Hier genoss sie mehr Freiheit, lernte Ungarisch und beschäftigte sich intensiv mit der Kultur und Politik des Landes. Besonders eng war sie mit dem ungarischen Politiker Gyula Andrássy befreundet.

Sisi setzte sich zunehmend bei Franz Joseph für die Ungarn und ihre Forderung nach mehr Selbstständigkeit ein. Damit unterstützte sie die Annäherung, die 1867 zum österreichisch-ungarischen Ausgleich führte. Österreich und Ungarn wurden nun zu zwei weitgehend eigenständigen Reichsteilen mit Franz Joseph als gemeinsamem Herrscher. Noch im selben Jahr wurden er und Sisi in Budapest zu König und Königin von Ungarn gekrönt.

Fotografie von Sisi mit Krone im Gewand
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Elisabeth von Österreich-Ungarn in der ungarischen Krönungsrobe

Für Sisi war das ein besonderer Triumph: In Ungarn war sie beliebt und verehrt – ganz anders als sie sich am steifen Wiener Hof oft gefühlt hatte. 1868 brachte sie dort sogar ihre jüngste Tochter Marie Valerie zur Welt, die deshalb auch als ihr „ungarisches Kind“ bezeichnet wurde.

Der schwerste Schicksalsschlag

Doch auch die Zeit in Ungarn konnte Sisi nicht vor weiteren Schicksalsschlägen bewahren. 1889 wurde ihr einziger Sohn und Thronfolger Rudolf gemeinsam mit seiner Geliebten Mary Vetsera tot im Jagdschloss Mayerling gefunden. Nach heutigem Forschungsstand tötete Rudolf zunächst Mary und anschließend sich selbst.

Der Tod ihres Sohnes traf Sisi zutiefst. Sie machte sich Vorwürfe und zog sich noch stärker von ihrer Familie und der Öffentlichkeit zurück. Ihre farbenfrohen Kleider und einen Großteil ihres Schmucks verschenkte sie und trug fortan fast nur noch Schwarz. Immer rastloser reiste sie durch Europa und wurde dabei zur düsteren „Schattenkaiserin“, die nur noch selten nach Wien zurückkehrte.

Die Ermordung Sisi’s

In ihren letzten Lebensjahren beschäftigte sich Sisi immer stärker mit dem Tod und äußerte sogar den Wunsch, selbst zu sterben. Bittererweise sollte sich dieser Wunsch auf tragische Weise erfüllen.

Im September 1898 reiste Sisi inkognito unter dem Namen „Gräfin von Hohenembs“ nach Genf, um einige ruhige Tage am Genfersee zu verbringen. Am 10. September war sie mit ihrer Hofdame auf dem Weg zu einem Dampfschiff nach Montreux. Dort wartete Luigi Lucheni auf sie. Er war ein politischer Extremist, der die Monarchie und den Adel ablehnte.

💡Eigentlich hatte Lucheni es zunächst auf den französischen Prinzen Henri d’Orléans abgesehen. Als dieser jedoch nicht nach Genf kam, erfuhr Lucheni aus einer Zeitung von Sisis Aufenthalt und wählte kurzerhand sie als neues Opfer.

Lucheni stach ihr mit einer zugespitzten Feile in die Brust und traf ihr Herz. Sisi bemerkte zunächst nicht, wie schwer sie verletzt war, und bestieg sogar noch das Schiff. Kurz darauf brach sie zusammen und wurde zurück ins Hotel gebracht, wo sie mit 60 Jahren starb – fern von ihrer Familie und durch die Hand eines Mannes, der sie nur deshalb auswählte, weil sie zum europäischen Hochadel gehörte.

Sisi’s Vermächtnis

Nach Sisis Tod war die öffentliche Trauer überraschend verhalten. Großes Mitgefühl galt dagegen Franz Joseph, der nach dem Tod seines Sohnes nun auch seine Frau verloren hatte.

Erst später wurde Sisi immer mehr zur Legende. Vor allem die berühmten „Sissi“-Filme mit Romy Schneider aus den 1950er-Jahren machten sie zur romantischen Märchenkaiserin: wunderschön, lebensfroh und glücklich verliebt. Mit der echten Sisi hatte dieses Bild jedoch nur wenig gemeinsam. Ihr tatsächliches Leben war geprägt von Freiheitsdrang, Verlusten, Rastlosigkeit und dem Versuch, den Zwängen ihrer Rolle zu entkommen.

Kaiserin Sissi — häufigste Fragen

(ausklappen)
  • Wann regierte Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn?
    Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn regierte nicht selbst, sondern trug den Titel als Ehefrau von Kaiser Franz Joseph I., der die Herrschaft ausübte. Kaiserin von Österreich war sie ab der Hochzeit 1854 bis zu ihrem Tod 1898. Ab 1867 war sie zusätzlich Königin von Ungarn.
  • Was war der Ungarische Ausgleich?
    Der Ungarische Ausgleich war eine verfassungsrechtliche Vereinbarung von 1867, durch die das Kaiserreich Österreich in eine österreichische und eine ungarische Reichshälfte geteilt wurde. Beide Teile hatten eigene Verwaltungen, standen aber unter gemeinsamer Führung des Kaisers. Dadurch entstand die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn.
  • Was war das Besondere an Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn?
    Das Besondere an Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn war, dass ihr Leben nach außen märchenhaft wirkte, sie sich am Wiener Hof aber durch strenge Regeln und Erwartungen eingeengt fühlte und an Depressionen litt. Statt sich dauerhaft anzupassen, reiste sie oft und lebte später selbstbestimmter. In Ungarn wurde sie durch ihre Vermittlerrolle besonders beliebt.
  • Warum wurde Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn umgebracht?
    Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn wurde umgebracht, weil der italienische Anarchist (Gegner der Monarchie) Luigi Lucheni ein Attentat auf ein Mitglied des Herrscherhauses verüben wollte. In Genf konnte er sie auf offener Straße überraschend angreifen und stach sie mit einer zugespitzten Feile ins Herz.

Monarchie 

Sisi war Teil einer der mächtigsten Monarchien Europas. Doch was genau ist eine Monarchie, wie funktioniert diese Herrschaftsform und warum wurde sie im Laufe der Geschichte immer wieder kritisiert? Das erfährst du hier!

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